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02.09.2010, 07:26 |
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Waldschrat
Vorschüler
 
Dabei seit: November 2009
Wohnort:
Beiträge: 38

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Liebes Forum,
Unsere Tochter war früher sehr schlimm krank und wir haben großes Glück, das sie noch bei uns ist. Sie mußte sich durch schlimme Therapien kämpfen.
Während der langen Zeit im Krankenhaus haben wir viele Schulkinder kennen gelernt, die sehr unglücklich waren. Sie bekamen die Unterrichtsunterlagen nicht von ihren Lehrern. Es gibt ein Gesetz, nach dem ein krankes Kind ein Recht auf einen neuen, sprich fremden Lehrer hat. Das hielt die richtigen Lehrer davon ab, die Kinder mit den Unterrichtsmaterialien zu versorgen. Die Sitution konnte ich früher kaum glauben. Sie hatten Schwierigkeiten die Schule zu schaffen, weil sie keine Unterlagen bekamen. Ihre Lehrer hielten sich für aus der Pflicht.
Durch die Krankheit und die Behandlungen ist unsere Tochter kränklich. Sie hat z.B. oft lange und schlimme Erkältungen mit Fieber. Es ist jedes Mal auf´s Neue ein Kampf in der Schule dies dem Klassenlehrer klarzumachen, obwohl ein Attest vorliegt. Der Lehrer sagt ihr auf den Kopf zu, sie solle sich nicht so anstellen und z.B. mitschwimmen, was sie nicht kann und ärztlich nicht darf. Der Lehrer macht sich über unsere Tochter lustig und beleidigt sie.
Der Rest der Lehrer ist anders, nur der Klassenlehrer ist so.
Es ist furchtbar. Andere Kinder sind nicht mehr da oder haben durch die Krankheit Körperteile verloren, ich möchte nicht wissen, was diese durchmachen.
Unser Spatz möchte unbedingt die Schule dort zuende machen, weil sie nicht weiß, was sie in einer anderen erwartet.
Wir leiden mit und können die Situation oft nur schlecht auffangen.
Waldschrat
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02.09.2010, 08:05 |
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Gaby2
Student
  
Dabei seit: März 2007
Wohnort: Kärnten, Österreich
Beiträge: 1477

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Hallo Waldschrat!
Deine Geschichte macht mich echt traurig. Reicht es denn nicht, wenn ein Kind schon so viel durchgemacht hat, muss man es noch zusätzlich mit blöden Kommentaren quälen?
Zu deiner Frage: Ich würde Töchterchen SOFORT aus der Schule nehmen, oder zumindest versuchen, sie die Klasse wechseln zu lassen. Klar will Töchterchen bleiben, eine neue Schule macht ihr einfach deshalb Angst, weil es eine unbekannte Komponente ist, die sie nicht kontrollieren kann. Da würde sie sich eher weiter dumm anquatschen lassen. Es ist eine Situation, die sie kennt.
Bei meiner Tochter, und auch letztes Jahr bei meinem Neffen war es das gleiche Problem. Bei meinem Neffen war das Mobbing der Klassenkameraden sogar schon so schlimm, dass er sich zu ritzen begann. Er wäre aber lieber in dieser Klasse geblieben, als zu wechseln. Seine Eltern haben da aber nicht mehr lange gefackelt, ihn herausgenommen und noch 2 Monate vor Schulende in die neue Schule gesteckt. Er hat sich von 7 Nichtgenügend auf 2 Genügend ausgebessert (in 2! Monaten) und ist heute glücklicher denn je. In der neuen Schule hatte er innerhalb von 2 Wochen neue Freunde. Ich habe auch den Schulwechsel meiner Tochter nie bereut und würde heute sofort wieder so handeln.
Deshalb solltest du vielleicht da nicht unbedingt auf deine Tochter hören, sondern eher auf dein eigenes Bauchgefühl. Bei einem Wechsel versuche deiner Tochter vor allem das Positive am Neuen zu vermitteln.
Alles Gute
Gaby
__________________ Gemeinsam sind wir unausstehlich und Lächeln ist die beste Art seinen Feinden die Zähne zu zeigen!
Dieser Beitrag wurde von Gaby2 am 02.09.2010, 08:11 Uhr editiert.
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02.09.2010, 08:24 |
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Waldschrat
Vorschüler
 
Dabei seit: November 2009
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Beiträge: 38

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Liebe Gaby2,
eine befreundete Psychologin meint, man solle auf die Tochter hören, sie könne selber entscheiden. Das traue ich ihr auch zu.
Ich finde nur den Lehrer so gemein. Tagsüber ist man als Eltern halb mit in der Schule und leidet mit und mittags kommt der Spatz und erwartet Kompensation für den Unbill und ich schaffe das im Moment echt schlecht.
Ich denke, jeder einigermaßen vernünftige Mensch müsse doch froh sein, dass der Kelch an ihm und seiner Familie vorübergezogen ist und zumindest die Leute in Frieden lassen, die die Suppe ausbaden. Der Preis, den die Tochter dafür zahlt, das sie lebt und den wir alle zahlen ist verdammt gering, aber dieser schulgemachte Mist fehlt uns echt noch.
Danke für Deine Zuschrift!
Waldschrat
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02.09.2010, 08:59 |
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O je,
so etwas darf und sollte eigentlich gar nicht passieren!!
Zitat: Unser Spatz möchte unbedingt die Schule dort zuende machen, weil sie nicht weiß, was sie in einer anderen erwartet
Ehrlich gesagt, dem würde ich widersprechen (und der Psychologin auch). Sicher, man weiß nie, was kommt, aber in der Situation würde ich sie nicht lassen. Es kann ja kaum schlimmer werden. Wie alt ist denn deine Tochter?
Ich würde eine andere Schule suchen und sehen, dass sie dort 1 Tag hospitieren kann. Und dann hat sie wenigstens eine Idee, wie eine andere Schule aussehen könnte.
Zu diesem Versuchsschritt würde ich sie ermutigen.
Alles Gute
Ubi
__________________ Jeder nach seinen Möglichkeiten
Dieser Beitrag wurde von UBI am 02.09.2010, 09:01 Uhr editiert.
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02.09.2010, 09:33 |
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anne
Viertklässler
     
Dabei seit: März 2005
Wohnort: NRW
Beiträge: 478

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Hallo Waldschrat,
wenn Deine Tochter die Schule nicht wechselt (Hospitation an einer anderen Schule halte ich für eine sehr gute Idee), musst Du mit dem Kl reden. Ggf. im Beisein des Rektors/der Rektorin.
Ist das der gleiche Lehrer wie vor oder während der akuten Erkrankung?
Wenn nicht, kannst Du ihn nicht dafür verantwortlich machen, dass die vorherigen Lehrer sich während der Krankheit nicht um Dein Kind gekümmert, ihr nicht die Materialien zur Verfügung gestellt haben.
Aber Du musst ihm vielleicht sehr deutlich machen, was Deine Tochter durchgemacht hat, welchen Einfluss das heute noch hat und welche Bedingungen sie braucht, bzw. was ihr gutes Recht ist.
Jedesmal ein neuer Kampf? Dann marschier zum Direktor, um das ein für alle Mal zu klären.
Vielleicht musst Du so etwas Deutliches sagen, wie:
"Mich interessiert die Sportnote meiner Tochter nicht besonders, da ich froh bin, dass sie noch lebt - Aber beleidigen lassen muss sie sich wegen ihre krankheitsbedingten Defizite sicher nicht und ich lasse auch nicht weiter zu, dass ihre Gesundheit im Sportunterricht gefährdet wird, weil Hr.....meint, sie müsse trotz Attestes am Unterricht teilnehmen! "
Wie alt ist Deine Tochter und in welcher Klassenstufe?
Gruß Anne
__________________ Lesen ohne Liebe, Wissen ohne Ehrfurcht, Bildung ohne Herz ist eine der schlimmsten Sünden gegen den Geist.
Hermann Hesse
Mutter von 2 Kindern. 11. u. 6. Klasse
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02.09.2010, 09:52 |
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Waldschrat
Vorschüler
 
Dabei seit: November 2009
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Beiträge: 38

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Hallo Anne,
die Geschichte mit den Unterlagen betrifft uns nicht persönlich, damals war der Spatz noch nicht in der Schule. Wir haben es nur von diversen Mitpatienten mitbekommen.
Uns betrifft nur das fehlende Verständnis und die Häme.
Sie ist in der dritten Klasse.
Ich will keinen Streit vom Zaun brechen, um ihr nicht zu schaden. Es sind schon eine Menge Sachen passiert, die ich hier im Einzelnen nicht schreiben kann.
Waldschrat
P.S
Der Sohn einer lieben Bekannten ist an der Krankheit gestorben. Glaubt nicht, dass man als trauernde Eltern auf dem Friedhof Ruhe hätte, Kindergräber üben scheinbar eine morbide Anziehung auf irgendwelche Leute auf. Das hätte ich mir auch nie vorstellen können, ich bin bald umgefallen, als sie mir das am Telefon erzählt hat.
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02.09.2010, 10:39 |
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Gaby2
Student
  
Dabei seit: März 2007
Wohnort: Kärnten, Österreich
Beiträge: 1477

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Waldschrat, ich fürchte, du musst dich entscheiden, was du machen willst.
Wenn du keinen Streit vom Zaun brechen willst, dh. in der Schule niemanden auf das Verhalten dieses Lehrers ansprechen willst, dann heißt es, du akzeptierst die Situation in der Schule, wie sie ist und der Leidensdruck des Kindes ist nicht groß genug um zu handeln.
Ist der Leidensdruck deines Mäusleins so groß, dass sich bereits Veränderungen im Verhalten zeigen, würde mich persönlich keine Psychologin und kein Streit davon abhalten, die Situation zu verändern. Was mich verwundert ist, dass es, wie du schreibst, schon einige Sachen gegeben hat, und dass das für dich noch immer nicht Grund genug ist, zu reagieren.
Was der Rat deiner Psychologin betrifft, da stimme ich ihr nur teilweise zu. Natürlich musst du auf dein Kind hören, das habe ich immer getan und tue es auch heute noch. Kinder haben eine grandiose Intuition und ich bin immer gut damit gefahren. Aber Kinder haben auch vor dem Unbekannten Angst. Sei es, wenn sie das erste Mal alleine wegfahren, oder das sie das erste Mal ein Gedicht aufsagen/ein Referat halten sollen. Wenn du sie in solchen Situationen fragst, ob sie es möchten oder nicht, wird die Antwort ziemlich sicher "Nein" sein. Genauso ist es mit einem Schulwechsel.
Mein Rat als Mama, die vor der gleichen Situation gestanden ist wie du: Klappere mit deinem Mädel alle Schulen in der Umgebung ab (einmal auf einem Samstag oder Sonntag). Schaut euch nur einmal die Gebäude, den Schulgarten usw. an. Frag sie, welche Schule ihr sympatisch/unsympatisch ist. Und dann versuche, an einer dieser Schulen einen Hospitationstermin zu bekommen. Meine Tochter wollte nach zwei Stunden in ihrer neuen Klasse am liebsten gleich dort bleiben und nicht mehr in ihre alte zurückgehen. Leider musste sie noch zwei Wochen dort verbleiben.
LG Gaby
__________________ Gemeinsam sind wir unausstehlich und Lächeln ist die beste Art seinen Feinden die Zähne zu zeigen!
Dieser Beitrag wurde von Gaby2 am 02.09.2010, 10:41 Uhr editiert.
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02.09.2010, 10:51 |
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Waldschrat
Vorschüler
 
Dabei seit: November 2009
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Hallo Gaby,
der Spatz ist eigentlich kein Spatz oder Mäuschen sondern ziemlich tough. Sie ist weit für ihr Alter und kann die Situation m.E. gut einschätzen und weiß, welches für sie das geringere Übel ist.
Im Moment habe ich größere Probleme als sie mit der Situation und dem Gefühl, etwas machen zu müssen, aber eigentlich alles schon probiert zu haben.
Um weiter zu kommen, wollte ich mir das Problem hier von der Seele schreiben, damit ich mich nicht ständig im Kreis drehe. Eure Zuschriften tun mir gut und ich hoffe, dass ich bald die Situation wieder ausgleichen kann.
Tschüß
Waldschrat
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