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11.09.2009, 16:09 |
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lucky72
Zweitklässler
   
Dabei seit: August 2008
Wohnort: Land Brandenburg
Beiträge: 135

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Hallo,
ich möchte gern wissen, was ihr an meiner Stelle tun würdet.
Meine Tochter besucht jetzt die 4. Klasse, ist eine durchschnittliche Schülerin, die relativ schnell aufgibt (bzw. lange mit sich hadert) und leider nicht richtig zuhört.
Ein schlechter (Zensuren)Start wirft sie richtig zurück; sie ist dann irgendwie gehemmt in diesem Fach.
So letzte Woche war in Sachkunde eine Art Freiarbeit angesagt und zwar haben immer zwei Kinder zusammen gearbeitet. Keine Ahnung was die beiden getrieben haben aber sie habe ca. ein Drittel geschafft.
Ich habe erfahren (Buschfunk funktioniert) was sie alles machen sollten. Die Freundin meiner Tochter hat zu Hause die nciht geschafften Aufgaben gelöst. Entweder wurde es angesagt oder sie hat es von sich aus gemacht. Ich halte beides für möglich, tendiere zur 1. Variante.
Das Kind mit dem meine Tochte zusammengearbeitet hat, ist extrem "fleißig". Sie muss (nach Aussage der Mutter) jeden Tag 2 Stunden zu Hause für die Schule arbeiten - meine Meinung dazu ist hier irrelevant. Ich bin also sicher, dass sie am Montag alle Aufgaben gelöst haben wird.
Jetzt mein Problemchen:
Soll ich meine Tochter auffordern die Aufgaben zu lösen? Oder soll ich es drauf ankommen lassen - aber schlechter Start siehe oben!
Wenn sie es machen soll -und nach Aufforderung würde sie es tun- müsste ich ihr helfen. Sie ist bis Sonntag nachmittag planmäßig weggefahren und würde es wahrscheinlich allein nicht hinkriegen!
Ich weiss es ist ihre Aufgabe und ich bin auch grundsätzlich der Meinung, dass sie es allein machen sollte aber....
Was würdet ihr tun? Ach ja erfahrungsgemäß wird die Arbeit am Montag eingesammelt und zensiert.
__________________ 2 Töchter jetzt 4. und 5. Klasse Grundschule im Land Brandenburg
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11.09.2009, 17:04 |
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träumende bücher
Erstklässler
  
Dabei seit: April 2008
Wohnort:
Beiträge: 69

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Ich würde genau diese Frage meinem Kind stellen.
Wenn sie es - nach der Erklärung wie oben - machen will, hilfst Du ihr. Wenn sie es nicht machen will - trotz der Erklärung - dann geht sie ohne.
LG, tb
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11.09.2009, 18:26 |
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lucky72
Zweitklässler
   
Dabei seit: August 2008
Wohnort: Land Brandenburg
Beiträge: 135

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ich bin mir sicher, dass sie es machen will so einsichtig ist sie ja.
Das Problem ist (nach einigem Nachdenken) eher ein anderes. Sie begreift nicht wenn so eine Projektarbeit gemacht wird, dass sie ggf. das nicht Geschaffte zu Hause machen soll. Die Lehrerin sagt es nicht ausdrücklich als HA an.
Ganz ehrlich habe ich bei dem Umfang nicht das Gefühl, dass die anderen Kinder alles im UNterricht schaffen. Der UNterschied ist, dass sie (die anderen) es eben zu Hause machen auf so eine Idee kommt meine Tochter nicht.
Ich glaube da bin ich etwas ratlos.
__________________ 2 Töchter jetzt 4. und 5. Klasse Grundschule im Land Brandenburg
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11.09.2009, 21:45 |
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Cleopatra
Neuling

Dabei seit: Juli 2009
Wohnort:
Beiträge: 8

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Ich würde mich an Deiner Stelle dafür einsetzen, dass Deine Tochter die Projektarbeit zu Ende macht, zur Not mit Deiner Unterstützung.
Sie ist jetzt in der 4. Klasse. Auch wenn manche Lehrer es nicht ausdrücklich sagen, sollte Deine Tochter lernen Arbeiten bis zum Ende durchzuführen.
Auch in Anbetracht der Tatsache, dass ihre Freundin und Arbeitspartnerin mit Sicherheit die Arbeit zu Hause erledigt hat.
__________________ Viele Grüße von Cleo
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11.09.2009, 22:59 |
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oh-ein-papa
Lehrer
    
Dabei seit: April 2005
Wohnort: ~Düsseldorf
Beiträge: 3090

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Zitat: Original von lucky72
Sie begreift nicht wenn so eine Projektarbeit gemacht wird, dass sie ggf. das nicht Geschaffte zu Hause machen soll. Die Lehrerin sagt es nicht ausdrücklich als HA an.
Wird das Projektergebnis denn im Unterricht nirgendwo verwendet?
Abgesehen davon würde ich das mit der Lehrerin klären.
- Martin
__________________ Es ist sehr unwahrscheinlich, dass das Unwahrscheinliche nie passiert.
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12.09.2009, 10:26 |
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Zora
Drittklässler
    
Dabei seit: Februar 2007
Wohnort: Ruhrgebiet
Beiträge: 211

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Freiarbeit- ein rotes Tuch für mich. Ich würde mit meiner Tochter zusammen die fehlenden Aufgaben zusammen fertigstellen, vermutlich sind die Noten ja wichtig für die Übertrittsempfehlung. Ohne meine Hilfe hätten meine Kinder dieses "Freiarbeitszeug" nie geschafft bekommen. Bei uns sollte man die Aufgaben auch nicht zu Hause lösen, aber wenn nachher alles da war, war die Lehrerin zufrieden, sonst eben nicht.
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12.09.2009, 11:44 |
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nina72
Viertklässler
     
Dabei seit: Juli 2006
Wohnort: NRW
Beiträge: 486

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Genau das gleiche Problem haben wir im Moment auch: 4. Schuljahr, 3 Wochen Zeit um zu zweit ein "Referat" vorzubereiten; die Arbeit soll eigentlich in der schule gemacht werden, aber ich weiß, dass viele Kinder unter Aufsicht und Anleitung der Eltern zuhause daran arbeiten. Töchterchen war 1 Woche lang krank und das Kind, mit dem sie zusammen arbeitet, ist eher nicht so strukturiert und fleißig - also war das Ende vom Lied, dass ich ihnen zuhause geholfen habe, passendes Material im internet zu finden - für die Bearbeitung sind sie aber selber zuständig.
Das ist aber eine Ausnahme!
Ich würde in der Situation wie bei Euch meiner Tochter helfen, wenn sie die Arbeit bis Montag fertig stellen will - nicht inhaltlich, aber indem man sich dazu setzt, sie motiviert, beim Ausschneiden und Aufkleben hilft, passendes Material sichtet,...
Zitat: Ganz ehrlich habe ich bei dem Umfang nicht das Gefühl, dass die anderen Kinder alles im UNterricht schaffen. Der UNterschied ist, dass sie (die anderen) es eben zu Hause machen auf so eine Idee kommt meine Tochter nicht.
Die anderen Kinder kommen von selber wahrscheinlich auch nicht auf die Idee
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12.09.2009, 12:34 |
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miaa
Student
  
Dabei seit: Dezember 2007
Wohnort: Irgendwo
Beiträge: 1254

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Es kann nicht Sinn der Freiarbeit sein, dass die Kinder die dafür bestimmte Zeit in der Schule für 'kommunikative Zwecke' nutzen (wobei das manchmal sicher auch wichtig sein kann..) und zu Hause die Arbeit konventionell unter 'Muttis Anleitung' machen.
Ich kenne Freiarbeit nur so, dass das Ganze in der Schule mehr oder weniger bearbeitet wird und was nicht gemacht wurde, wurde eben nicht gemacht.
Die meisten Lehrer markieren bestimmte Aufgaben, die unerlässlich sind.
Als Eltern haben wir von der Freiarbeit nur durch Zufall mitbekommen, hatten damit aber nichts weiter zu tun.
Unser Sohn war damals auch ehr ein Kandidat, der bestenfalls gerade mal langsam und gemütlich knapp die Hälfte erledigt hat, weil das so schön 'bequem' war. Darüber amüsiert er sich heute.
Es hat ihm nicht geschadet und Lehrer können durchaus unterscheiden, welches Kind was selbstständig gemacht hat und es ist nicht sicher, dass sie die mit 'Mutti-Motivation' sorgfältig nachgearbeitete Arbeit mehr schätzen, als die eigenständig angefertigte.
Normalerweise liegt in der Schule ohnehin genug 'authentisches Material' der einzelnen Kinder rum (von dem Eltern nichts wissen), so dass das ohnehin offensichtlich ist, was ein Kind selbst kann oder nicht.
Also, ich würde mich in den Reigen der 'eifrigen Mütter' da nicht einreihen..
lg miaa
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12.09.2009, 13:33 |
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Cleopatra
Neuling

Dabei seit: Juli 2009
Wohnort:
Beiträge: 8

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Sinn der Freiarbeit in der Schule ist es ganz sicher nicht, dass die Kinder diese für andere kommunikative Zwecke ge- bzw. mißbrauchen. Aber das ist Sache der Lehrer, dies zu verhindern.
Manche Kinder verstehen es nicht unbedingt als Hausaufgabe, wenn ein Lehrer dies nicht ausdrücklich betont, sondern stattdessen sagt: "Es wäre schön, wenn ihr bis Montag damit fertig werdet."
Mein Ältester hätte von allein diese Arbeit entweder in der Gruppe oder allein zu Ende gebracht.
Mein Jüngster macht dies nur, wenn ich ihn darauf hinweise. Da es bereits einmal in die Hose gegangen ist, weise ich ihn darauf hin.
Es gibt halt Kinder, die vieles von allein machen, und es gibt Kinder, die arbeiten nur nach Anweisung.
Übrigens ist meiner Meinung nach zwischen "Muttis Anleitung" und elterlicher Unterstützung ein himmelweiter Unterschied.
Diesen wird ein guter Lehrer sofort erkennen.
Ich bin gerne bereit, meine Kinder mit Tipps und kleinen Hilfen zu unterstützen, werde mich aber hüten, ihre Arbeiten für sie zu erledigen.
Da es sich hier um ein Kind in der vierten Klasse handelt, würde ich mein Kind in jedem Fall unterstützen.
Im ersten Halbjahr der vierten Klasse entscheidet sich schließlich, auf welche weiterführende Schule das Kind kommt. Und diese Entscheidung trifft, jedenfalls bei uns in NRW, der Lehrer.
Und mir kann keiner erzählen, dass ein Kind, das seine Arbeit komplett erledigt hat, gleich gut bzw. schlecht bewertet wird wie ein Kind, das seine Arbeit nicht komplett erledigt hat.
Egal, ob mit oder ohne Unterstützung.
__________________ Viele Grüße von Cleo
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12.09.2009, 17:11 |
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miaa
Student
  
Dabei seit: Dezember 2007
Wohnort: Irgendwo
Beiträge: 1254

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Hallo Cleopatra,
Zitat: Original von Cleopatra
Und mir kann keiner erzählen, dass ein Kind, das seine Arbeit komplett erledigt hat, gleich gut bzw. schlecht bewertet wird wie ein Kind, das seine Arbeit nicht komplett erledigt hat.
Ich stimme dir zu, aber wenn man die Frage der Bewertung mal aus dem Spiel lässt, geht es doch darum, ob ein Kind, dass seine Arbeit völlig eigenständig, aber inkomplett erledigt hat, nicht Anderes gelernt hat, als eines, dass mit häuslicher Unterstützung alles komplett und richtig gelöst hat und ob es nicht genau darum in der Arbeitsform der Freiarbeit geht, oder?
Auf lange Sicht sind Kinder, die von Anfang an selbstständig und dabei durchaus lückenhaft, fehlerhaft und auch mal schlampig arbeiten erfolgreicher in der Schule, als Kinder, die wenig selbstständig aber perfekt (durch Anleitung) lernen.
Das betrifft Kinder, bei denen es eigentlich im Großen und ganzen 'läuft'.
Den anderen muss man selbstverständlich helfen (am Besten mit 'Hilfe zur Selbsthilfe', natürlich), aber ob das unbedingt bei der Freiarbeit sein muss?
Wenn der Lehrer mit gezücktem Notenblock hinter dem Kind steht und eine Strichliste zugunsten oder zu ungunsten bestimmter Schulformen führt, ist es vielleicht besser, er spart sich die Freiarbeit gleich, finde ich.
lg miaa
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12.09.2009, 23:19 |
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Cleopatra
Neuling

Dabei seit: Juli 2009
Wohnort:
Beiträge: 8

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Miaa, ich habe das Gefühl, wir reden hier ein wenig aneinander vorbei.
Mir scheint, dass Du unter Unterstützung etwas anderes verstehst als ich:
Nämlich ständige Anleitung und dadurch nicht selbstständiges Arbeiten der Kinder.
Kinder, die ständig angeleitet werden, wie und wann sie etwas zu tun haben, können nicht selbstständig werden.
Aber Kinder, die von zu Hause aus Tipps und Tricks zum Arbeiten bekommen, lernen durchaus selbstständig zu arbeiten.
Und zwar teilweise wesentlich besser als Kinder, die von zu Hause null Unterstützung bekommen!
Wenn ich mein Kind darauf hinweise, dass es besser für ihn ist, die Aufgabe vollständig zu lösen, heißt das für mich nicht,
dass ich ihm die Selbstständigkeit nehme, sondern dass ich ihn unterstütze.
Wenn er Fragen hat, kann er gerne zu mir kommen, aber die Arbeit muss er natürlich allein erledigen.
Meiner Meinung nach würde ich ihm die Selbstständigkeit nehmen, wenn ich es ihm befehlen würde und ihm dann bei der Arbeit komplett helfen würde.
__________________ Viele Grüße von Cleo
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13.09.2009, 01:01 |
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miaa
Student
  
Dabei seit: Dezember 2007
Wohnort: Irgendwo
Beiträge: 1254

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Zitat: Original von Cleopatra
Wenn ich mein Kind darauf hinweise, dass es besser für ihn ist, die Aufgabe vollständig zu lösen, heißt das für mich nicht,
dass ich ihm die Selbstständigkeit nehme, sondern dass ich ihn unterstütze.
Klar, für dich heißt das nicht, dass du ihm die Selbstständigkeit nimmst.
Wenn du dein Kind darauf hinweist, dass es besser für ihn ist, die Aufgabe vollständig zu lösen, heißt das für deinen Sohn aber zunächst einmal, dass du weißt, was besser für ihn ist und dass er selbst das deiner Meinung nach nicht weiß.
Und das nennst du dann ‚ihn’ unterstützen.
Freiarbeit ist das genaue Gegenteil:
Zeit und Raum für die Auseinandersetzung mit selbst gewählten Inhalten.
Nicht materialgeprägte Auseinandersetzung sondern Personen zentrierte, vom Kind abhängende.
Nicht zur Arbeit angehaltenes (fremd motiviertes, Mutti-motiviertes) Arbeiten, sondern
sich Auseinandersetzen aus eigenem Interesse.
Nicht quantitativ orientiertes Arbeiten, möglichst viel schaffen müssen, sondern qualitativ orientiertes Arbeiten. An der Qualität des Kindes orientiert. Von diesem selber.
Zitat: Original von Cleopatra
Meiner Meinung nach würde ich ihm die Selbstständigkeit nehmen, wenn ich es ihm befehlen würde
Na-ja, nur weil man nicht befiehlt, heißt das noch lange nicht, dass man das Kind wirklich frei lässt.
Es gibt genug elterliche Druckmittel.
Aber, zwinge mal jemanden dazu, 'sich auseinander zu setzen'.. Das geht nicht. Jedenfalls nicht übers Reproduzieren (z.B abschreiben) hinaus.
lg miaa
Dieser Beitrag wurde von miaa am 13.09.2009, 01:08 Uhr editiert.
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13.09.2009, 09:20 |
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Purzel
Neuling

Dabei seit: September 2009
Wohnort: Eisbaerland
Beiträge: 4

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Zitat: Original von miaa
Freiarbeit ist das genaue Gegenteil:
Zeit und Raum für die Auseinandersetzung mit selbst gewählten Inhalten.
Nicht materialgeprägte Auseinandersetzung sondern Personen zentrierte, vom Kind abhängende.
Nicht zur Arbeit angehaltenes (fremd motiviertes, Mutti-motiviertes) Arbeiten, sondern
sich Auseinandersetzen aus eigenem Interesse.
Nicht quantitativ orientiertes Arbeiten, möglichst viel schaffen müssen, sondern qualitativ orientiertes Arbeiten. An der Qualität des Kindes orientiert. Von diesem selber.
Ist das ein Idealbild der Freiarbeit, oder wird das auch tatsaechlich so in den Schulen gesehen/gehandhabt....?
Eigentlich sollte die obige Beschreibung doch dann eine Bewertung (Benotung) der Kinder ausschliessen, aber von den anderen Beitraegen her zu schliessen, gibt es ja trotzdem Zensuren o.ae. dafuer...?
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13.09.2009, 09:54 |
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Heidi
Administrator
       
Dabei seit: August 2002
Wohnort: Düsseldorf
Beiträge: 3099

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Mia hat vollkommen recht.
Zitat: Zeit und Raum für die Auseinandersetzung mit selbst gewählten Inhalten.
Das ist Freiarbeit.
In Klasse 1 beginne ich vorsichtig damit, indem die Kinder in der Stunde unter einigen Inhalten auswählen dürfen. (siehe Tagebuch)
Das, was lucky beschreibt, scheint eine Art Wochenplan zu sein, bei dem die Kinder Aufgaben zu einem bestimmten Thema oder in einer bestimmten Anzahl bearbeiten müssen. Dabei gibt es für jedes Kind einen Laufzettel, auf dem die Aufgaben aufgeführt sind. Sind Pflichtaufgaben dabei, sind sie in der Regel besonders gekennzeichnet.
__________________ www.grundschulmediothek.de
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13.09.2009, 10:44 |
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Gast
Dabei seit:
Wohnort:
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Hallo ihr,
vielleicht gibt es auch nur Kommunikationsprobleme.
Wissen die kiddies, daß sie am Ende der Freiarbeit eine vollständige Lösung abgeben sollen.
Dieses Problem haben wir nicht, da unsere seit der Einschulung zur Freiarbeit erzogen werden. (Bei mir früher lief Gruppenarbeit so ab, daß einer löste und der Rest der Gruppe "rumstaubte".)
Wir haben das Kommunikationsproblem aber bei Aufgaben"zu denen man Lust hat". Diese werden bei den Hausarbeiten oft mit aufgegeben und kommen bei den kiddies so an, dass die Lehrerin eine freundliche Beschäftigungstherapie für die Kinder anbietet, die zu Hause nichts besseres zu tun haben. Tatsächlich erwartet sie aber, daß die Kinder Lust haben.
Oft bringen die Kinder auch die Anweisung mit "ein paar Sätze" als Aufsatz zu schreiben. Sie nehmen das dann für bare Münze und bestehen auf der Vorgabe. (Man stelle sich bitte einen Aufsatz aus drei Sätzen vor. ) Sie haben Probleme zu verstehen, dass diese Anweisung nettgemeint für ein paar Kinder gegeben wird, die arge Probleme haben schon drei Sätze auf das Papier zu bringen.
Ich glaube, als Lehrerin hat man einen ziemlichen Eiertanz aufzuführen, bis man die Kinder dazu bekommt, das zu erfüllen, was man möchte.
Vielleicht kann man auch gar nicht sagen, dass die Freiarbeitaufgabe komplett gelöst werden muss, dann entmutigt man die Kinder schon von vornherein und einige fangen nicht an.
Modaröschen
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13.09.2009, 11:02 |
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lucky72
Zweitklässler
   
Dabei seit: August 2008
Wohnort: Land Brandenburg
Beiträge: 135

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erstmal vielen Dank für all eure Meinungen!
Ich werden ihr heute nachmittag helfen, die Aufgaben zu lösen, u. a. weil sie micht gestern abend telefonisch darum gebeten hat.
In der Diskussion, die gelesen habe, ist mir aufgefallen, dass ich mich wohl etwas unklar ausgedrückt habe:
Es geht bei uns nicht um den Übertritt, wir haben die 6jährige Grundschule. Aber, wenn die 1 Note schlecht ist, hadert sie ein halbes Jahr damit und redte sich ein sie ist ein schlechter Schüler.
Sie hat einfach in der Schule NICHT vernünftig gearbeitet. Das was sie in 4 Stunden geschafft hat ist wirklich sehr mager. Sie bekamen wohl 2 Arbeitsblätter (auschneiden und kleben) als Pflicht und dann sollten sie sich 3 aus 5 aussuchen. Sie hat 1 Arbeitsblatt gemacht (Dauer max 20 min) und 1 von mind. 3 Blättern geschafft.
Ich denke da leigt auch ihr Hauptproblem: Sie arbeitet richtig, wenn sie eindeutige Aufgaben (LB Seit X Aufgabe Y; oder Text abschreiben usw) bekommt. Sobald sie die Wahl hat WANN und WAS sie machen soll, passiert gar nichts.
Naja, beim nächsten Mal halte ich mich ganz raus.
__________________ 2 Töchter jetzt 4. und 5. Klasse Grundschule im Land Brandenburg
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13.09.2009, 11:20 |
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SabineA
Drittklässler
    
Dabei seit: Mai 2006
Wohnort: NRW
Beiträge: 282

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Ich hatte das erst auch so verstanden, dass der Übertritt ansteht. Dann hätte ich ganz erzieherisch schlecht einfach geholfen, der Note wegen. Machen die anderen auch, und es fragt am Ende niemand, wie die Noten zustande gekommen sind.
Ich würde mir an deiner Stelle eine Strategie mit der Lehrerin überlegen und mit ihr dann an einem Strang ziehen. Wie auch immer, mir fällt da im Moment auch nichts gescheites ein, aber Lehrer haben da oft Ideen. Frag Sie doch einfach mal, was sie empfiehlt, wie du helfen/unterstützen/kontrollieren kannst,...
Ich find es schon mal toll, dass sie um Unterstützung bittet. Zeigt doch, dass ihr das Problem bewußt ist. Halbe Miete, würde ich sagen.
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13.09.2009, 12:44 |
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Cleopatra
Neuling

Dabei seit: Juli 2009
Wohnort:
Beiträge: 8

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Zitat: Original von miaa
Zitat: Original von Cleopatra
Wenn ich mein Kind darauf hinweise, dass es besser für ihn ist, die Aufgabe vollständig zu lösen, heißt das für mich nicht,
dass ich ihm die Selbstständigkeit nehme, sondern dass ich ihn unterstütze.
Klar, für dich heißt das nicht, dass du ihm die Selbstständigkeit nimmst.
Wenn du dein Kind darauf hinweist, dass es besser für ihn ist, die Aufgabe vollständig zu lösen, heißt das für deinen Sohn aber zunächst einmal, dass du weißt, was besser für ihn ist und dass er selbst das deiner Meinung nach nicht weiß.
Und das nennst du dann ‚ihn’ unterstützen.
Freiarbeit ist das genaue Gegenteil:
Zeit und Raum für die Auseinandersetzung mit selbst gewählten Inhalten.
Nicht materialgeprägte Auseinandersetzung sondern Personen zentrierte, vom Kind abhängende.
Nicht zur Arbeit angehaltenes (fremd motiviertes, Mutti-motiviertes) Arbeiten, sondern
sich Auseinandersetzen aus eigenem Interesse.
Nicht quantitativ orientiertes Arbeiten, möglichst viel schaffen müssen, sondern qualitativ orientiertes Arbeiten. An der Qualität des Kindes orientiert. Von diesem selber.
Zitat: Original von Cleopatra
Meiner Meinung nach würde ich ihm die Selbstständigkeit nehmen, wenn ich es ihm befehlen würde
Na-ja, nur weil man nicht befiehlt, heißt das noch lange nicht, dass man das Kind wirklich frei lässt.
Es gibt genug elterliche Druckmittel.
Aber, zwinge mal jemanden dazu, 'sich auseinander zu setzen'.. Das geht nicht. Jedenfalls nicht übers Reproduzieren (z.B abschreiben) hinaus.
lg miaa
Miaa, schade, dass Du Dir nicht die Mühe machst, meine Sätze bis zum Ende zu zitieren oder sie aus dem
Zusammenhang reißt. Dadurch gewinnen sie nämlich einen (von Dir gewollten) ganz anderen Eindruck.
__________________ Viele Grüße von Cleo
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28.04.2010, 18:31 |
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Ammy
Neuling

Dabei seit: April 2010
Wohnort:
Beiträge: 3

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Ich bin generell ein Freund von offenen Unterricht, jedoch geht das nicht für alle Kinder gut.
Ich würde Ihre Tochter "auffordern" die aufgaben zu lösen und wenn sie sehen dass sich Ihre Tochter bemüht, aber es nicht schafft dann helfen sie ihr.
Viel Glück
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